
Aus Altlast wird Lebensraum
Neptune Energy hat in Großheide zwei Becken der stillgelegten Bohrschlammgrube Victorbur ausgekoffert und renaturiert.
10.000 Quadratmeter neue Biotopfläche, rund 40.600 Tonnen abtransportiertes Material und mehr als 17.000 geleistete Arbeitsstunden: So lässt sich der Rückbau von zwei Becken der stillgelegten Bohrschlammgrube Victorbur in Zahlen zusammenfassen. Gemeinsam mit mehreren Fachunternehmen hat Neptune Energy die Arbeiten am Standort an der Straße Zum Königskeil in Großheide umgesetzt. Im Juni wurde die Baustelle zurückgebaut. Bereits heute zeigt sich, wie sich auf den renaturierten Flächen ein neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere entwickelt.
„Mit dem Ergebnis der Arbeiten sind wir sehr zufrieden“, sagt Neptune Energy-Projektleiter Sven Schulz. „Besonders freut mich, dass die Population seltener Orchideen während der Bauarbeiten sogar gewachsen ist.“ Die geschützten Pflanzen waren vor Beginn der Arbeiten an einen anderen Standort auf dem Gelände umgesiedelt worden.
„Unser Dank gilt insbesondere den Anwohnerinnen und Anwohnern für ihr Interesse und ihr Verständnis während der Bauphase. Uns ist bewusst, dass die Lkw-Transporte zeitweise spürbare Auswirkungen hatten“, sagt Schulz. Für die während der Bauarbeiten an der Zufahrtsstraße entstandenen Wegeschäden wird Neptune Energy aufkommen.
Nicht immer verlief das Projekt ohne Herausforderungen. Winterliche Witterungsbedingungen sowie zeitweise eingeschränkte Entsorgungswege führten vereinzelt zu Verzögerungen im Bauablauf. Insgesamt konnte Neptune Energy die Maßnahme jedoch nach Plan und vor allem ohne Arbeitsunfälle abschließen.


Baumaßnahme im Rückblick
Den eigentlichen Rückbauarbeiten ging die Erweiterung des bestehenden Grundwassermessstellensystems rund um die Bohrschlammgrube voraus. Im Frühjahr 2025 startete Neptune Energy gemeinsam mit den beauftragten Fachunternehmen die Arbeiten vor Ort.
Zunächst richtete das Team die Baustelle ein und trug die wiederverwendbare Bodenabdeckung von den beiden Becken ab. Die torfhaltige Erde lagerten die Fachunternehmen für den späteren Wiedereinbau zwischen. Anschließend vermischten sie das in den Becken enthaltene Material mit einem Bindemittel auf Zementbasis, um die für den Transport erforderliche Stabilität zu erreichen.
Auf Grundlage von Laboranalysen ordneten Fachleute die Materialien geeigneten Entsorgungsanlagen zu. In abgedeckten Lkw-Transporten wurde das Material anschließend von der Baustelle abgefahren. Nach der vollständigen Räumung kontrollierten unabhängige Gutachter, ob die festgelegten Sanierungswerte in den Aushubsohlen eingehalten wurden.
Im letzten Schritt gestaltete Neptune Energy die ehemaligen Becken zu Flachwasserbiotopen um. Dafür wurden die Böschungen abgeflacht und die Flächen mit geeignetem Bodenmaterial sowie dem zuvor zwischengelagerten Abdeckboden modelliert. So entstand auf rund 10.000 Quadratmetern ein neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Auch nach Abschluss der Arbeiten bleibt Neptune Energy am Standort aktiv. Ein Gutachterbüro untersucht derzeit im Abstand von drei Monaten das Grundwasser, um die Entwicklung des Geländes weiterhin zu überwachen und den Erfolg der Rückbaumaßnahme zu dokumentieren.
Hintergrund zur Baumaßnahme
Früher wurden Rückstände aus der Erdöl- und Erdgasförderung entsprechend dem damaligen Stand der Technik unter behördlicher Aufsicht in sogenannten Bohrschlammgruben eingelagert. Heute werden die anfallenden Mengen unmittelbar verwertet oder nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsrechts entsorgt. Eine Zwischenlagerung findet nicht mehr statt.
Die Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft, ein Vorgängerunternehmen von Neptune Energy, nahm den Betrieb der Bohrschlammgrube Victorbur im Jahr 1963 auf. Bis 2005 wurden dort Rückstände aus der Erdöl- und Erdgasförderung eingelagert, darunter nicht wiederverwertbare Bohrspülungen sowie beim Bohrprozess anfallende Gesteinspartikel.
Das Grubensystem Victorbur besteht aus insgesamt sieben Einzelbecken. Nach Abschluss der aktuellen Arbeiten sind vier Becken geräumt und rekultiviert. Zwei weitere Becken verfügen über eine qualifizierte Abdichtung.
Für die jüngste Baumaßnahme entschied sich Neptune Energy nachdem bei sogenannten Rammkernsondierungen Ölanhaftungen in den Becken 1 und 2 festgestellt worden waren. Es folgte die vollständige Auskofferung dieses Bereichs des ehemaligen Deponiegeländes.
Über Neptune Energy
Neptune Energy ist eines der führenden Rohstoffunternehmen in Deutschland. Mit über 135 Jahren Erfahrung sichern wir die Versorgung für Industrie und Gesellschaft. Unser Ziel: Wir fördern heute, was morgen zählt. Rund 460 Mitarbeitende in vielen Regionen Deutschlands und in unserer Zentrale in Hannover engagieren sich auf drei zentralen Handlungsfeldern
Base – Gas & Öl: sichere und verlässliche Förderung heimischer Energierohstoffe
Balance – Rückbau: Verantwortung für die Vergangenheit und Natur wiederherstellen
Boost – New Energy: Zukunft aktiv gestalten zum Beispiel mit Lithium aus Deutschland
So verbinden wir Erfahrung mit Fortschritt. Der Umsatzerlös von Neptune Energy lag im Geschäftsjahr 2025 bei 332 Mio. Euro (IFRS). Die gesamte Jahresproduktion von Gas und Öl lag bei 5,9 Millionen Barrel Öläquivalent (boe).
Ihr Kontakt für Rückfragen

Aktuelles aus dem Unternehmen
Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen, Projektupdates und Statements zu unseren Aktivitäten.


