Forschungsprojekt RoLiXX untersucht heimische Lithiumgewinnung im Norddeutschen Becken
Deutschland verfügt über ein erhebliches Potenzial zur Gewinnung von Lithium aus geothermalen Solen. Mit dem Forschungsprojekt RoLiXX (Das Rotliegend als Lithiumressource im Norddeutschen Becken – von der EXploration zur EXtraktion) startet nun ein bundesweit einzigartiger Forschungsverbund, der die nachhaltige Erschließung von Lithium aus Thermalwasser wissenschaftlich untersucht.
Im Mittelpunkt stehen die geologischen Strukturen des Rotliegend, einer Schicht in rund drei bis fünf Kilometern Tiefe. Im Norddeutschen Becken, jenseits der deutschen Mittelgebirge, gilt diese Schicht als besonders vielversprechend für lithiumhaltige Tiefenwässer. Durch die Nutzung bereits bestehender Tiefbohrungen sollen Herkunft und Verteilung von Lithium im Rotliegend erstmals systematisch analysiert und wissenschaftlich bewertet werden.
„Lithium zählt zu den zentralen Rohstoffen der Energiewende und ist im EU Critical Raw Materials Act als kritischer und strategischer Rohstoff eingestuft. Mit RoLiXX untersuchen wir das bislang wenig erforschte Potenzial lithiumhaltiger Tiefenwässer im Rotliegend des Norddeutschen Beckens. In der Altmark ist das Rotliegend die Schicht, in der wir Lithium fördern wollen. Die Ergebnisse aus dem Forschungsverbund werden wir für die weitere Projektentwicklung nutzen und wir bringen aktiv unsere Geologie- und Lagerstättenkunde ein“, erklärt Dominik Soyk, Lead Research and Development bei Neptune Energy.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vorhabens liegt in der Untersuchung der umweltverträglichen Gewinnung durch die Direkte Lithiumextraktion (Direct Lithium Extraction, DLE). Dabei wird auch geprüft, wie Korrosion und die Bildung von Mineralablagerungen bei der Förderung und Verarbeitung des Thermalwassers wirksam verhindert werden können. Beim DLE-Verfahren wird Thermalwasser aus der Tiefe an die Oberfläche geleitet, in Aufbereitungsanlagen behandelt und anschließend das Lithium über ein technisches Verfahren isoliert. Übrig gebliebenes Wasser wird zurück in die Lagerstätte gepumpt. Dadurch entsteht ein minimaler ökologischer Fußabdruck. Ein offener Tagebau und große Verdunstungsteiche – wie sie aus Australien, Chile oder China bekannt sind – werden vollständig vermieden.

„RoLiXX integriert von Beginn an eine umfassende Nachhaltigkeitsperspektive. Neben geowissenschaftlichen und technologischen Fragen umfasst das Projekt eine detaillierte Ökobilanzierung, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sowie Untersuchungen zur gesellschaftlichen Akzeptanz“, ergänzt Soyk. Auf dieser Grundlage sollen robuste Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen für zukünftige Projekte der heimischen Lithiumgewinnung aus dem Rotliegend entwickelt werden.
Das Vorhaben läuft über einen Zeitraum von 36 Monaten, wird im Fachprogramm GEO:N (Geoforschung für Nachhaltigkeit) gefördert und verfügt über ein Gesamtvolumen von rund drei Millionen Euro. Neptune Energy koordiniert die Aktivitäten im Forschungsverbund.
Dem Verbund gehören das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, die Technische Universität Berlin, die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG sowie das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) an.
Gefördert wird RoLiXX (Förderkennzeichen: 03G0941) durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Über Neptune Energy
Neptune Energy ist eines der führenden Rohstoffunternehmen in Deutschland. Mit über 135 Jahren Erfahrung sichern wir die Versorgung für Industrie und Gesellschaft. Unser Ziel: Wir fördern heute, was morgen zählt. Rund 480 Mitarbeitende in vielen Regionen Deutschlands und in unserer Zentrale in Hannover engagieren sich auf drei zentralen Handlungsfeldern
Base – Gas & Öl: sichere und verlässliche Förderung heimischer Energierohstoffe
Balance – Rückbau: Verantwortung für die Vergangenheit und Natur wiederherstellen
Boost – New Energy: Zukunft aktiv gestalten zum Beispiel mit Lithium aus Deutschland
So verbinden wir Erfahrung mit Fortschritt. Der Umsatzerlös von Neptune Energy lag im Geschäftsjahr 2024 bei 440 Mio. Euro. Die gesamte Jahresproduktion von Gas und Öl lag bei 5,5 Millionen Barrel Öläquivalent (boe).
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