
Informationstag in Hamburg: Rückbau vor Ort erklärt
80 Bohrungen, 69 ehemalige Bohrplätze und rund 30 Kilometer Feldleitungen: Das Rückbauprojekt Hamburg-Reitbrook gehört zu den derzeit größten Rückbauvorhaben von Neptune Energy in Deutschland. Beim Informationstag im September erläuterten Fachleute die einzelnen Projektschritte und beantworteten Fragen aus der Nachbarschaft.
Nachdem die Förderung im Feld Reitbrook-Alt beendet wurde, folgt nun der letzte Abschnitt im Lebenszyklus der Erdölförderung: die sichere Verfüllung der Bohrungen, der Rückbau der Infrastruktur und die Wiederherstellung der Flächen für ihre künftige Nutzung.
An mehreren Informationsstationen vermittelten die Projektbeteiligten, wie aus ehemaligen Bohrungen Schritt für Schritt wieder nutzbare Flächen werden. Sie erläuterten die Herrichtung der Betriebsplätze, die Verfüllung der Bohrungen, den Ausbau der Feldleitungen sowie die spätere Rekultivierung. Führungen zu den Projektbereichen, inklusive eines Besuchs an der aktuellen Winde zur Verfüllung, machten die einzelnen Arbeitsschritte vor Ort nachvollziehbar und greifbar.
„Der Informationstag dient der Wissensvermittlung, aber auch dem persönlichen Austausch“, sagt Silke Bender, Sprecherin des Rückbauprojekts und ergänzt: „Wir möchten Fragen frühzeitig beantworten und den Dialog mit der Nachbarschaft aktiv gestalten. Eine gute Zusammenarbeit vor Ort ist für uns ein wichtiger Bestandteil des Projekts.“


Vom Rückbau zur Wiedernutzbarmachung
Bei den Gesprächen vor Ort erhielten die Gäste Einblicke in den technischen Ablauf des Projekts. Nach der Vorbereitung der stillgelegten Förderplätze werden zunächst die Förderrohre aus den Bohrungen entfernt. Anschließend verschließen Spezialisten die Bohrlöcher mit einer speziellen Winde mit Tiefbohrzement und mehreren zusätzlichen Sicherheitsbarrieren. Danach folgt der Rückbau der Anlagen, der Ausbau der Leitungen und die Rekultivierung der Flächen. Ziel ist es, die Grundstücke wieder nutzbar zu machen und an die jeweiligen Eigentümer zurückzugeben.
Alle Maßnahmen erfolgen in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und unter den geltenden bergrechtlichen Vorgaben. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) begleitet und genehmigt die Arbeiten.
Über viele Jahrzehnte war das Reitbrook-Feld Teil der Hamburger Energiegeschichte. Auf den ersten Erdgasfund nahe Neuengamme im Jahr 1910 folgten die Erdölförderung ab 1937, der Betrieb des Erdgasspeichers und schließlich das Ende der Produktion im Jahr 2021. Um einen Teil dieser Industriegeschichte zu erhalten, spendete Neptune kürzlich einen der alten „Pferdkopfpumpen“ dem Kiekeberg-Museum. „Wir freuen uns, dass die Pumpe im Freilichtmuseum eine dauerhafte Heimat findet. Damit bleibt ein Stück regionaler Erdölgeschichte für die Öffentlichkeit erhalten", so Bender.
Heute steht jedoch nicht mehr die einstige Förderung, sondern die Verfüllungskampagne im Mittelpunkt. Der Informationstag bot die Gelegenheit, diesen Wandel und die dafür notwendigen Arbeitsschritte aus nächster Nähe nachzuvollziehen. Mit dem Rückbau schreibt das Feld nun ein neues Kapitel seiner Geschichte.
Über Neptune Energy
Neptune Energy ist eines der führenden Rohstoffunternehmen in Deutschland. Mit über 135 Jahren Erfahrung sichern wir die Versorgung für Industrie und Gesellschaft. Unser Ziel: Wir fördern heute, was morgen zählt. Rund 460 Mitarbeitende in vielen Regionen Deutschlands und in unserer Zentrale in Hannover engagieren sich auf drei zentralen Handlungsfeldern
Base – Gas & Öl: sichere und verlässliche Förderung heimischer Energierohstoffe
Balance – Rückbau: Verantwortung für die Vergangenheit und Natur wiederherstellen
Boost – New Energy: Zukunft aktiv gestalten zum Beispiel mit Lithium aus Deutschland
So verbinden wir Erfahrung mit Fortschritt. Der Umsatzerlös von Neptune Energy lag im Geschäftsjahr 2025 bei 332 Mio. Euro (IFRS). Die gesamte Jahresproduktion von Gas und Öl lag bei 5,9 Millionen Barrel Öläquivalent (boe).
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