Deponie Brüchau: Neue Erkenntnisse für die Schliessung

18/05/2020

Neptune Energy als Betreiber der Obertagedeponie Brüchau hat am Freitag, den 15.05.2020, beim Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (LAGB) den Abschlussbericht zu den jüngsten Untersuchungen vorgelegt. Die Ergebnisse dienen einer aktualisierten Gefährdungsabschätzung und liefern wichtige Erkenntnisse für die Vorbereitung der geplanten Schließung.

Salzwedel/Brüchau, 18.05.2020. Seit 2018 wurden umfangreiche Untersuchungsmaßnahmen an der Deponie Brüchau durchgeführt. Entsprechend eines 2017 durch das LAGB zugelassenen Sonderbetriebsplanes wurden im Zeitraum bis Ende 2019 zunächst geophysikalische Messungen, später dann geologische Erkundungen vorgenommen. Das Messstellennetz für Beprobungen des Grundwassers wurde erweitert sowie der Deponieinhalt näher bestimmt.
Die Gutachter beziffern das Gesamtvolumen des Deponats auf 100.000 Kubikmeter mit unterschiedlicher räumlicher Verteilung auf dem Gelände. Beim Deponieinventar, das alle Deponieklassen umfasst, wurden größtenteils die auch schon bisher aufgrund der bekannten Einlagerungshistorie vermuteten Inhaltsstoffe nachgewiesen.

Die gutachterlich vorgenommene aktualisierte Gefährdungsabschätzung führt zu einer Neubewertung möglicher Schließungsvarianten. Der durch die Untersuchungen erlangte Erkenntnisgewinn mündet in eine neue Schwerpunktsetzung bei Empfehlungen bezüglich des weiteren Vorgehens. Insbesondere der Nachweis von Schwach- bzw. Fehlstellen in der nach unten hin abdichtenden Geschiebemergelschicht sollte laut Gutachten dabei besondere Berücksichtigung finden. Auch wenn die bisherige Vorzugsvariante in Form einer Oberflächenabdichtung weiterhin als prinzipiell geeignet anzusehen ist, empfehlen die Gutachter, insbesondere für drei alternative Möglichkeiten Grundlagen zu erheben und weiter im Detail zu beplanen. Dabei handelt es sich um:

– Abdichtung der Fehlstellen im Geschiebemergel mittels Wabenverfahren bei anschließender Lagerung des Deponats an gleicher Stelle und Ausführung einer Oberflächenabdichtung,
– Errichtung einer neuen Lagermöglichkeit auf dem Gelände der bisherigen Abfallentsorgungsanlage nach aktuellem Stand der Technik und Umlagerung des Deponats vor Ort,
– Auskofferung des Deponats und Weiterverbringung an zugelassene Deponien an anderen Standorten.

Um diesen Fortschritt in der Bewertung der Schließungsvarianten kontinuierlich weiterzuführen, sind im nächsten Schritt weitere planerische Leistungen erforderlich. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie gilt es zu klären, unter welchen genehmigungsrechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten die Schließungsvarianten umzusetzen wären. Ohne beispielsweise die Klärung möglicher Entsorgungswege bei angenommener Auskofferung und Weiterverbringung, sei laut Gutachten eine abschließende Bewertung dieser Alternative nicht möglich. Gleiches gelte für diverse andere technische Detailaspekte, die bisher nicht Gegenstand der Untersuchung waren. Das LAGB wird den Vorschlag des Unternehmers prüfen und über die nächsten Schritte entscheiden.

„Neptune Energy unterstützt ausdrücklich die endgültige, nachhaltige und sichere Schließung der Obertagedeponie Brüchau. Es gelten besondere Regelungen zum Rückbau bestehender Betriebsanlagen und -einrichtungen in Sachsen-Anhalt. An diese vertraglichen Vereinbarungen ist Neptune Energy Deutschland gebunden. Demnach kann eine Entscheidung zur Schließung nur in Übereinkunft mit dem Land Sachsen-Anhalt getroffen werden“, betont Dr. Andreas Scheck, Geschäftsführer von Neptune Energy in Deutschland, abschließend.