Lithiumgewinnung Altmark
Versorgungssicherheit für Zukunftstechnologien
Das Projekt im Überblick
Im April 2024 haben wir vom zuständigen Landesamt für Geologie und Bergbau Sachsen-Anhalt die bergrechtliche Bewilligung zur Gewinnung von Lithium in der Altmark erhalten. Die erteilte Genehmigung bezieht sich auf ein Gebiet, das zu großen Teilen deckungsgleich mit dem bereits erschlossenen Erdgasfeld Altmark ist. Vor Ort konnten wir im Rahmen der Erdgasförderung in den vergangenen Jahrzehnten viele Erkenntnisse sammeln. Dieses Wissen über den Untergrund wollen wir in Zukunft für die Produktion von Lithium einsetzen. So leisten unsere Fachleute einen Beitrag zur Ermöglichung der Energiewende.

Im November 2024 haben wir an unserem Betriebsstandort in Steinitz damit begonnen, Lithium aus Thermalwasser der Altmark zu extrahieren. Unsere Fachleute starten mit diesem Schritt die nächste Phase des Lithiumförderprojektes. Im Rahmen einer mehrmonatigen Pilotphase werden bis Mitte 2025 verschiedene, aktuell verfügbare Technologien getestet, um wichtige Erkenntnisse für die weitere Projektentwicklung zu gewinnen.

Lithium als Ermöglicher der Elektromobilität
Lithium ist ein Rohstoff, der für viele Produkte des Alltags unverzichtbar ist. Mit der Produktion in Deutschland leisten wir einen wichtigen Beitrag für unsere Unabhängigkeit von Importen. Lithium ist ein Anfang des 19. Jahrhunderts entdecktes Leichtmetall, dem als Grundstoff von Lithium-Ionen-Akkumulatoren eine Schlüsselrolle bei der Elektromobilität zukommt. Laut Berechnungen der Internationalen Energieagentur lag der Anteil der Elektrofahrzeuge, die mit diesen Akkus ausgerüstet sind, im Jahr 2023 weltweit schon bei 18 Prozent. Aber auch Smartphones, Laptops oder Elektrowerkzeuge nutzen diese Form der Stromversorgung.
Das Förderverfahren
Derzeit gehören Australien, Chile und China zu den größten Lithium-Produzenten weltweit. Dabei wird der Rohstoff häufig im offenen Tagebau oder aus Salzwasser gewonnen. In der Altmark planen wir die Gewinnung aus Thermalwasser mit hohen Lithiumgehalten. Dabei handelt es sich um ein äußerst umweltschonendes Verfahren. Außerdem gelten bei der Förderung die im internationalen Vergleich hohen deutschen Sicherheits- und Umweltstandards. Über Förderbohrungen soll das Tiefenwasser an die Oberfläche gebracht werden. Dort erfolgt in speziellen Aufbereitungsanlagen die Extraktion des Lithiums aus dem Wasser. Auch die im Tiefenwasser mitgeförderte Erdwärme kann regional verwendet werden, um Haushalte oder Industriebetriebe mit Wärme zu versorgen.
Die Pilotversuche
Die aktuell laufenden Pilotversuche werden zeigen, in welcher Form eine spätere Langzeitförderung umzusetzen ist. Den Anfang macht dabei eine Pilotanlage der französischen Firma Geolith. Neptune Energy-Expert:innen liefern Thermalwasser aus bereits bestehenden Erdgasbohrungen und mittels eines Ionenaustauschverfahrens wird das im Wasser gelöste Lithium in kleinen Mengen herausextrahiert. Das Zwischenprodukt Lithiumchlorid wird anschließend sowohl im eigenen Labor in Steinitz als auch von Experten der Firma Kellogg Brown & Root GmbH (KBR) in Bad Homburg zu Lithiumkarbonat umgewandelt und weiter veredelt.

Weiterführende Informationen
Mehr Fakten über Lithium finden Sie auch bei der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Im Jahr 2022 erschien dort als „DERA Rohstoffinformationen 54“ eine gesonderte Studie zu Lithium.
Lithiumförderung in Deutschland passt zu Rohstoffstrategien
Das Vorhaben entspricht den Zielen der aktuellen Rohstoffstrategie der Bundesregierung, die eine Stärkung der heimischen Rohstoffsicherung- und Gewinnung betont. „Eine sichere, nachhaltige und verantwortungsvolle Rohstoffversorgung ist von großer Bedeutung für Deutschland als Industrie- und Exportstandort. Am Beispiel der Elektromobilität zeigen sich derzeit ganz besonders die rohstoffbezogenen Herausforderungen“, heißt es in dem 2020 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vorgelegten Strategiepapier. Auch die Europäische Union hat sich in ihrem Critical Raw Material Act aus dem Jahr 2023 zum Ziel gesetzt, die Versorgungssicherheit bei Rohstoffen, die für Zukunftstechnologien essentiell sind, sicherzustellen.
